Entdeckungen und Funde

Von der Existenz einer geheimnisvollen altertümlichen Siedlung auf der Insel neben dem Anwesen der Hepners wusste man bereits im 19. Jh. – die ersten schriftlichen Informationen zu dieser Entdeckung erschienen 1882 in der deutschen Fachzeitschrift „Zeitschrift für Ethnologie“. Vier Jahre später wurden bei gewöhnlichen Erdarbeiten die ersten Funde gemacht und die ersten Untersuchungen durchgeführt – von einem gewissen Pahlke, Hobbyarchäologen und Verwalter des Landguts. Die Arbeiten an der Katalogisierung der Fundstellen dauerten viele Jahre und wurden vom Nachfolger des Gutsverwalters namens Schwartz fortgesetzt. Es wurde u.a. ein Objekt gefunden, dass bis heute Quelle zahlreicher Kontroversen geblieben ist und leider während des Zweiten Weltkrieges verschwunden ist. Gemeint ist des hölzerne Kopf einer Gottheit.

Pahlke fand heraus, dass sich in der Mitte der Insel eine von einem Erdwall umgebene Anhöhe befand. Eine genaue Analyse ihres Querschnitts hat ergeben, dass sie aus zwei Schichten bestand, und dass die untere Schicht verbranntes Material in großen Mengen enthielt. Interessantes kam auch bei einer genauen Untersuchung der ganzen Insel heraus. In Ufernähe wurden vieleUfernäwurden Rundhölzer gefunden, wahrscheinlich wurden sie zum Feuermachen genutzt. Am östlichen Ufer wurden die Überreste eines Wellenbrechers gefunden – in Form von Holzpflöcken, die schräg in den Untergrund gerammt wurden. Es steht außer Frage, dass die Insel von einer organisierten Gemeinschaft bewohnt war.

Nach der Entdeckung eines prähistorischen Dorfes im 40 km entfernten Biskupin (zu Deutsch: Urstätt) wuchs in den Zwischenkriegsjahren auch das Interesse für die altertümliche Siedlung in Jankowo. In der Fachliteratur erschienen immer mehr Berichte zu Siedlungen der Lausitzer Kultur und mittelalterlichen Festungen.

Die ersten professionellen Datierungsversuche wurden jedoch erst 1960 bei einer Expedition des Staatlichen Archäologischen Museums in Warschau unternommen. Die wissenschaftlichen Arbeiten wurden sechs Jahre später fortgesetzt, doch umfassende Ausgrabungsarbeiten wurden erst in den Jahren 1969 – 1972 durchgeführt. Verantwortlich war die Anstalt für Archäologische Funde in Großpolen und Pommern des Instituts für Geschichte der Materiellen Kultur an der Polnischen Akademie der Wissenschaften. Es waren die letzten archäologischen Untersuchungen, die an dieser Ausgrabungsstätte durchgeführt wurden. Ein paar Jahre später wurde die Insel nahezu komplett überflutet. Bei diesen Untersuchungen konnten zwei Entwicklungsetappen der Siedlung bestimmt werden. Der größte Aufschwung fällt auf die Perioden C und D der Hallstattzeit (7. – 5. Jh. v.Chr.), als die Lausitzer Kultur diese Region besiedelte, und auf das frühe Mittelalter (7. – 8. Jh.). Die ersten Besiedlungsspuren kommen hingegen aus der Jungsteinzeit (2500-1700 Jahre v.Chr.).